Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Lage. Auf gegen Westen vorspringendem Gelände des oberen Dorfes inmitten des Friedhofes. Hohe, auf der Innenseite in Flachbogennischen unterteilte, oben abgedeckte Mauer; östlich zwei schmiedeeiserne Gittertore zwischen schlanken, oben unter flachem Zeltdach mit Wetterfahnen verkröpften Pfeilern; über demBild 024 steilen westlichen Wiesenhang abgestützt als niedrige Brüstung in buchtend bewegter Führung um den schmalen architektonisch bestimmten Platz vor der Kirche.

Grundriß. Rechteckiges Schiff, eingezogener dreiseitig geschlossener Chor mit nördlichem Viereckturm und diesem vorgesetztem Sakristeianbau.

Außen. Gemeinsame, östlich dreiseitig abgewalmtes Biberschwanzsatteldach für Schiff und Chor; umlaufendes Hauptgesims.

Westschauseite für Fernwirkung mit dem Turm links rückwärts. Geschwungener Giebel mit Rundfester über Gesimsbogen, Obelisken am Ansatz, simsverbrämter Dreieckaufsatz; rundbogiges Pilasterportal mit Dreieckabschluß und dreipaßartigem Fenster darüber. Längswände mit insgesamt nördlich drei, südlich vier Rundbogenfenstern sowie kleiner Rechtecktür, Schrägwände mit je einem; Laibungen gekehlt. In der Ostwand flachbogige und elliptische Blendnische. Zwischen den Fenstern ehemals rot aufgemalte Pilaster (desgleichen innen).

Turm in Firsthöhe der Kirche ins Achteck zurückspringend über dachartigem Gesims; vier schlanke rundbogige Schallöffnungen auf umlaufendem Ziersims; Kupferblechzwiebelkuppel. Der Ostseite vorgesetzt dreiseitiges Treppentürmchen zum ersten Obergeschoß; Tür zugleich für Sakristei, mit Walmdach, Rechteck- und elliptischem Fenster.

Dachstuhl, „liegend“ mit Bindern, Hängesäulen, Überzugbalken, kräfiger Windverstrebung, ohne Kehlgebälk.

Innen. 1863 neugotsch verändert, 1919-1924 neubarock wiederhergestellt mit entsprechender Gesamtausstattung. (Stuck, Fresken, Altäre, kanzel usw.) Schiff saalartig, Chorbogen gedrückt rundbogig; Decken flach, im Chor erhöht mit Stichkappen. Turmerdgeschoß kreuzgratgewölbt, -obergeschoss mit kleinem Oratorium

Zusammenfassung:

Die Friedberger Kirche wurde in Ihrer heutigen Größe 1730 gebaut. Drei Jahre später, am 18. Mai 1733 wurde sie vom Konstanzer Bischof der Heiligen Maria geweiht. Bauleiter war Johann Caspar Bagnato, der auch zur gleichen Zeit das Schloss in Altshausen gebaut hat. In Friedberg gab es schon vorher eine Kirche. Anfang des 18. Jhdts. wurde diese jedoch zu klein. Pfarrer Fürst ließ diese alte Kirche abbrechen und um den Grundriss herum eine neue bauen.

Bild 001Dieses neue Kleinod wurde im Lauf der Zeit zu einem Wallfahrtsort. Am Sieben-Schmerzens-Fest, dem dritten Sonntag im September, sind nach Überlieferungen Wallfahrten aus dem badischen Oberland und aus der Gegend um den Heuberg nach Friedberg gezogen. Die Madonna im schwarzen Rock wird an diesem Fest noch heute in Gottesdienst und Prozession besonders verehrt.

1863 wurde die Kirche umgestaltet. Die barocke Ausstattung wurde entfernt und durch ein gotisches Aussehen ersetzt. In die Rundbögen der Fenster wurden Spitzbögen geschlagen und in den Chor wurde ein gotisches Netzgewölbe gemalt.

PfarrerFrey war 1919 dafür, diese eingreifende Umgestaltung wieder rückgängig zu machen. So wurde die Kirche von 1919 bis 1924 unter der Leitung von Architekt Koch wieder barockisiert und die entfernte Ausstattung wieder rekonstruiert. Die aus dieser Zeit stammenden Deckengemälde sind von Franz Hartmann. Der Maler Hartmann und der Stukkateur Stirmlinger haben die Kirche renoviert und in der ursprünglichen Art der Kirche von 1733 wurden Altäre, Decken, Wände und Kanzel wieder hergestellt.

1965 wurde die Kirche außen renoviert: der Verputz wurde erneuert und das Dach neu gedeckt. Weil aber die Gemeinde u.a. seit 1972 keinen Pfarrer mehr hatte, dauerte es sehr lange, bis 1981 im Zuge einer Innenrenovation der Staub der vielen Jahren entfernt wurde. Die Arbeiten von 1920 waren so gut, dass sie nur abgewaschen und leicht nachgemalt werden mussten. Die Kirchenbänke wurden erneuert und die Vergoldungen aufgefrischt.

1990 bekam die Gemeinde mit Pfarrer Josef Linz nach 18-jähriger Vakanz wieder einen Pfarrer.